Kunst-Auktionshaus WENDL, Rudolstadt in Thüringen

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116. | HERBSTAUKTION   –   28. | 29. | 30. | 31. Oktober 2026

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Paar royale viktorianische Silber-Kandelaber - Teil eines Hochzeitsgeschenks an Alfred, Herzog von Edinburgh, und die Großherzogin Maria Alexandrowna von Russland. Meister Robert Garrard II. London.
MARKEN: Vollständige Punzierung, mit Steuerstempel Queen Victoria. Mit Inventaretikett Diab. Sanat. "Bergfried". 1874. ENTWURF: wohl Henry Hugh Armstead (1828-1905).
MATERIAL: Sterlingsilber. H 101 / 102 cm. Ca. 17,05 kg und 17,3 kg.
SCHÄTZPREIS: 65.000 - 150.000 EUR.
BESCHREIBUNG: Die monumentalen, 13-flammigen Silberleuchter sind reich verziert mit Blattreliefs, Widderköpfen und Meereswesen. Sie tragen jeweils das Wappen der Stadt London sowie 2 weitere, royale Wappen, die die Geschichte dieser monumentalen Einzelstücke erkennen lassen: das des Alfred, Duke of Edinburgh (1844 –1900), zweiter Sohn von Königin Victoria und Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, späterer Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, mit Hosenbandorden und Königskrone, sowie das kleine Staatswappen des russischen Kaiserreiches mit Kette des Ordens des Heiligen Andreas des Erstberufenen sowie Zarenkrone. Bei diesem Leuchterpaar handelt es sich um ein Geschenk der Corporation of the City of London anlässlich der Hochzeit des Herzogs von Edinburgh mit Großfürstin Marija Alexandrowna (1853 –1920), Tochter des Zaren Alexander II. von Russland. Die Vermählung des britischen Prinzen mit der Großfürstin fand am 23.01.1874 im Winterpalast in St. Petersburg statt. ZUORDNUNG UND BEDEUTUNG: Durch den historischen Bericht und die dazugehörige Abbildung in der Illustrated London News vom 22. Mai 1875 ist nachweisbar, dass das vollständige Hochzeitsgeschenk neben den Leuchtern auch einen großen, aufwändig gestalteten Tafelaufsatz umfasste. Die Ausführung, Gestaltung, Punzierung und Qualität der Arbeiten stimmen sowohl miteinander als auch mit der genannten historischen Holzschnitt-Abbildung überein. Der Tafelaufsatz trägt die Inschrift: "PRESENTED BY THE CORPORATION IN MANIFESTATION OF THE DEEP GRATIFICATION WITH WHICH THE CITIZENS OF LONDON REGARD THE UNION OF HIS ROYAL HIGHNESS THE DUKE OF EDINBURGH K.G. WITH THE IMPERIAL HIGHNESS THE GRAND DUCHESS MARIE ALEXANDROVNA OF RUSSIA 12 MARCH 1874" und wurde im Auktionshaus Christies in New York im Oktober 2019 für 350.000 USD versteigert. Das Ensemble wurde im Gedenken an die königliche Hochzeit beauftragt und dem Hochzeitspaar bei einem Ehrenluncheon im Mansion House, ausgerichtet vom Oberbürgermeister Londons und dessen Frau (Mayor and Mayoress of London), von diesen sowie wichtigen Mitgliedern der Corporation of the City of London am 11. Mai 1875 übergeben. Mit dem Ensemble wurde die politische Verbindung Englands und Russlands durch die Heirat Alfreds mit Maria eindrucksvoll gewürdigt. Die Großherzogin Marija Alexandrovna von Russland blieb die einzige Romanov, die in das Britische Königshaus einheiratete. Nach Alfreds Übernahme des Titels zum Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha verbrachte sie ein aktives soziales und kulturelles Leben in Deutschland. Auch nach dessen Tode im Jahr 1900 lebte sie weiterhin in Coburg, bis die Auswirkungen des 1. Weltkrieges und die Russische Revolution sie nach der Auflösung des Herzogtums ins Exil in die Schweiz trieben, wo sie 1920 verstarb. AUSFÜHRUNG: Hofjuwelier Garrard & Co ist ein traditionsreiches Juwelierhaus in London, gegründet 1722 durch den Silberschmied George Wickes (1698–1761), der später Hoflieferant von Frederick, dem Prince of Wales war. Robert Garrard stieg 1792 in das Unternehmen ein, später auch sein Sohn Robert Garrard II. Im Jahr 1843 wurde Garrard von Queen Victoria zum Hofjuwelier ernannt, der zuständig für die Pflege und Herstellung der Kronjuwelen war (diese Position hielt das Unternehmen bis 2007); aus diesem Auftrag resultierten weitere Arbeiten und Aufträge für die königliche Familie. Es ist stark anzunehmen, dass die Kandelaber ebenso wie der Tafelaufsatz von Henry Hugh Armstead entworfen wurden, der sich auf skulpturelle Arbeiten spezialisierte und u.a. die bildhauerischen Dekorationen für das Colonial Office in Whitehall sowie die Grabstätte für Bishop Wilberforce in der Winchester Cathedral entwarf. 1879 wurde er zum Mitglied der Royal Academy ernannt und lehrte bis kurz vor seinem Tode an deren Instituten..
ZUSTAND: Hörner der Meereswesen, einige Blätter, 1 Girlandenabschluss der Widderköpfe sowie die Bekrönungen der Londoner Wappen fehlen, Wachsreste in den Tüllen, Nutzungsspuren.
Den Kandelabern wird eine Ausgabe des Buches Villa und Park Bergfried in Saalfeld/Saale. Die bewegte Geschichte von 1924 bis 2024 der Freunde des Bergfriedes e. V. beigegeben, in dem die Fotografien des Interieurs der Villa, die die beiden Leuchter zeigen, abgebildet sind. Alle Lose mit einem Limit (Startpreis) von mind. 2.000€ werden mit der Art Loss Register Datenbank abgeglichen.
Literatur : The Illustrated London News, 'Duke and Duchess of Edinburgh', vom 22. Mai 1875, S. 493 Christie's: 'A Royal Victorian Silver Centrepiece on Plateau', https://www.christies.com/en/lot/lot-6229106.
Provenienz : Restituiert im Juni 2026 an die Erben des ehemaligen Schokoladenfabrikanten Dr. Ernst Hüther (Villa Bergfried, Saalfeld). Die Leuchter befanden sich seit mindestens 1929 (durch Fotografien nachweisbar) in der Villa Bergfried in Saalfeld. Nach der Enteignung der Familie Hüther in der Sowjetischen Besatzungszone standen die Kandelaber weiterhin im Inventar der als Sanatorium genutzten Villa (siehe Inventaretiketten) und wurden nach der Wiedervereinigung Deutschlands bis zur Rückübertragung an die Erben im Depot des Museums Schloss Heidecksburg aufbewahrt. Aufgrund der überlieferten Bekanntschaft der Familie Hüther mit dem Hause Sachsen-Coburg Gotha liegt ein direkter Verkauf an die Familie in Notzeiten des politischen Wandels um den 1. Weltkrieg herum nahe. Dies ist wohl das erste Auftreten der Kandelaber auf dem freien Kunstmarkt. Den letzten Bewohnern der Villa war die royale Provenienz der Leuchter nicht bekannt, weshalb sie bisher als verschollen galten.
Für dieses Los empfehlen wir persönliche Abholung, Speditionslieferung oder Versand durch ThePackengers.

Aufrufzeit 30. | Okt. 2026 | voraussichtlich 18:08 Uhr (CET)

Limit 65000 €

• LIVE-Auktion beginnt in 28 Tagen
• Aufrufzeit: 30. | Okt 2026 | voraussichtlich 18:08 uhr
Versteigerungsbedingungen
21,00 % Aufgeld (+ MwSt.) auf den Zuschlagspreis

Für Zuschläge, die über das LIVE-Bieten erfolgen, wird eine zusätzliche Gebühr von 3 % (+ MwSt.) erhoben.
Kontakt & Ansprechpartner
Kunst-Auktionshaus WENDL
August-Bebel-Str. 4
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Telefax: +49 (0) 3672 412296
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